Stockerau Klinikstandort Alte Au in Stein gemeisselt

Landesklinukum Stockerau
Alte Au <<–>> Wiesfeld

Der Klinikstandort in Stockerau wirft Zweifel & Fragen auf: Ist die Alte Au der beste Standort, oder hat man beim Evaluieren einige Tatsachen vergessen?

 

Informationsabend der 
Bürgerinitiative „Tunnel und Grüner Übergang“

Thema:     UNSER KLINIKUM STOCKERAU – Standort Alte Au in Stein gemeißelt?
Termin:     Dienstag, 1. September um 19:00 Uhr
Ort:           P2 (Pfarrzentrum Stockerau), Kirchenplatz 3

Hier direkt zum Livestream ab 19.00h danach zum Nachschauen

Einladung zum Informationsabend

 

Im NÖ Gesundheitsplan 2040 sind Umstrukturierungen im Spitalwesen vorgesehen und damit wurden Klinikstandorte ausgeschrieben. Die Gemeinden meldeten potenzielle Gebiete an. In einem Fragebogen wurden wesentliche Kriterien erörtert. Eine Expert:innenkommision des Landes evaluierte diese und kam zum Ergebnis „Alte Au“.

Die Stadtgemeinde verkündete im April 2026 mit stolzgeschwellter Brust, dass Stockerau den Zuschlag für das neue Klinikum erhalten hat und gab den fixierten Standort „Alte Au“ bekannt. 

Der Standort Stockerau wirft Fragen auf, die bis jetzt noch nicht beantwortet wurden.

  • Kann Stockerau dieses Megaprojekt stemmen 
  • Ist die „Alte Au“ tatsächlich der beste Standort? 
  • Auswirkungen des Baus und des Betriebs auf die Bevölkerung und die Stadt (Lärm, Verkehr) 

Hier ein kurzer Abriss des Fragebogens, die „Alte Au“ und das „Wiesfeld“ betreffend. 

Alte Au und Wiesfeld Lageplan

Wiesfeld & Alte Au Standorte

 

Gegenüberstellung der im Auswahlverfahren angeführten Standortinformationen.

Alte Au Wiesfeld
Liegen für den Standort weitere Informationen betreffend Grundwasserhöchststand sowie die Tragfähigkeit des Untergrundes vor, zum Beispiel entsprechende Gutachten?
Es liegen keine Informationen beziehungsweise Gutachten betreffend Grundwasserhöchststand sowie Tragfähigkeit des Untergrundes vor. Im Zuge des Renaturierungsprojektes beim Göllersbach wurde anhand von Schürfen eine geotechnische Stellungnahme erstellt. Diese wird in der Anlage über die Gemeindecloud unter Punkt 5 übermittelt. Der Grundwasser-Flurabstand beträgt etwa 4,2 bis 6,0 Meter.
War der Standort in der Vergangenheit von Hochwasserereignissen betroffen?
Der Standort war in der Vergangenheit nicht von Hochwasserereignissen betroffen. Der Standort war in der Vergangenheit nicht von Hochwasserereignissen betroffen. Für den Göllersbach liegen eine Abflussuntersuchung und ein Gefahrenzonenplan vor. Im Zuge der Renaturierung des Göllersbaches ist in Teilbereichen eine Geländeanhebung vorgesehen.
Liegen für den Standort weitere Informationen betreffend Artenschutz vor, zum Beispiel artenschutzrechtliche Untersuchungen im Rahmen vergangener Widmungsmaßnahmen?
Der Änderungsbereich ist als Grünland – Sportstätte sowie als Bauland – Sondergebiet Sporthallen gewidmet und wird durch bestehende Sporthallen und Spielfelder intensiv genutzt. Die Flächen sind stark anthropogen geprägt und weisen überwiegend kurzrasige, regelmäßig gepflegte Grünflächen sowie versiegelte Bereiche auf. Naturnahe Lebensräume oder Strukturen sind nicht vorhanden. Dem Bereich kommt aus naturschutzfachlicher Sicht eine geringe Bedeutung zu; durch eine mögliche Nutzung käme es zu keiner signifikanten Veränderung. Der gegenständliche Bereich ist großteils als Bauland Betriebsgebiet Aufschließungszone und teilweise als Grünland-Land- und Forstwirtschaft gewidmet. Die Grundstücke außerhalb der Waldflächen werden derzeit intensiv landwirtschaftlich genutzt – angebaut wird Körnermais. Aufgrund der intensiven Nutzung ist von einer geringen naturschutzfachlichen Sensibilität auszugehen. Naturnahe Lebensräume oder Strukturen mit besonderer Bedeutung für den Artenschutz sind nicht vorhanden. In Teilbereichen liegt innerhalb des als Bauland gewidmeten Bereichs eine Waldfläche, die im Flächenwidmungsplan als Forst kenntlich gemacht ist. Für Teilbereiche der Waldfläche – Grundstück Nummer 916 – wurde für das Renaturierungsprojekt am Göllersbach bereits um Rodungsbewilligung angesucht.
Gibt es für den Standort sonstige relevante Informationen, etwa Hinweise zur Widmungsfähigkeit oder relevante Planungen im Nahbereich wie Retentions-, Hochwasserschutz- oder Siedlungsentwicklungsmaßnahmen?
Es liegen keine weiteren Informationen oder Planungen für das gegenständliche Planungsgebiet oder den Nahbereich vor. Aufgrund des aktuellen Wissensstandes ist – ohne eine vertiefende Prüfung – eine grundsätzliche Widmungsfähigkeit des Standortes gegeben. Für die Anschlussstelle Stockerau Nord bestehen Planungen für einen Umbau, in dem auch eine direkte Anbindung des Standortes an die hochrangigen Straßen vorgesehen ist. Der Standort besitzt jedenfalls eine sehr gute Anbindungsmöglichkeit an das hochrangige Straßennetz und weist bereits zum überwiegenden Teil eine Baulandwidmung auf. Damit wäre nur noch eine Widmungsanpassung notwendig. Im Entwurf des örtlichen Entwicklungskonzeptes ist eine Aufwertung des Standortes dahingehend vorgesehen, dass die Flächen im Eigentum der Stadtgemeinde verbleiben und einer hochrangigen Nutzung – beispielsweise als Krankenhausstandort – zugeführt werden sollen. Ein Verkauf der strategisch sichergestellten Flächen für die hochrangige Nutzung ist möglich und beabsichtigt.
Wie wird die Bereitschaft des Gemeinderates eingeschätzt, zugunsten eines Schwerpunktklinikums eine erforderliche Widmungsänderung durchzuführen?

1 – kaum zu erwarten

2 – eher nicht zu erwarten

3 – offen oder unklar

4 – eher zu erwarten

5 – klar zu erwarten

3 von 5 – offen/unklar
Aufgrund der derzeitigen Nutzung vorwiegend als Sportstätten ist die Unterstützung von den begleitenden Maßnahmen zur Umverlegung dieser Standorte abhängig.
5 von 5 – klar zu erwarten
Zwischen den Koalitionsparteien ÖVP und SPÖ wurde dieser Standort abgestimmt; somit ist eine Mehrheit im Gemeinderat jedenfalls gegeben.
Liegen für Grundstücke, die sich derzeit nicht zur Gänze im Eigentum der Gemeinde befinden, bereits vertragliche Vereinbarungen vor, um die Liegenschaftsanteile bei Bedarf ohne weitere Zustimmung Dritter in die wirtschaftliche Verfügungsmacht der Gemeinde zu überführen?
Kurzfassung: Eigentümerin Gemeinde beziehungsweise KIG und der Schützenverein. Kurzfassung: Eigentümerin Schneps Immo GmbH; mündliche Absprachen zum Grundstücksverkauf existieren.

Ergebnisse der Evaluierung

Zwei wichtige Punkte blieben bei der Evaluierung unerwähnt: 

  • Beim Wiesfeld soll eine ÖBB Station samt P&R errichtet werden. Raumplaner Knoll bezeichnete trotzdem das Wiesfeld als „in der Pampa“ liegend. 
  • In der Alten Au gab es offenbar 2024 kein Hochwasser und keine Überschwemmung, keine Beeinträchtigung des Sportbetreibs und der Gaststätte, auch keine Beeinträchtigungen bei der Zufahrt.  

Die Bürgerinitiative Tunnel – Grüner Übergang macht mit einer Publikumsveranstaltung darauf aufmerksam
1.Sep, 19:00 im Pfarrsaal Stockerau
und fordert eine erneute Evaluierung der Standorte (Wiesfeld & Alte Au)

 

In den Social Media wurde nach Bekanntwerden die Standortwahl intensiv und emotional diskutiert. Von der Gemeinde kamen außer plakativen Plattitüden keine erweiternden Informationen oder Reaktionen.
Miglieder der Bürgerinitiative „Tunnel und Grüner Übergang“ suchten aus diesem Grund  informative Gespräche sowohl mit der Bürgermeisterin, Gemeindevertreter:innen und dem Land NÖ;  wurden jedoch nicht fündig.
In der gemeindeeigenen feudalistisch geprägten Präpotenz wurden sie abgewiesen, bzw. ohne erhellende Information nach Hause geschickt, detto beim Land, im besten Fall vertröstet. Ein Vorwand lautete wiederholt, dass man die Studie abwarten müsste. Die Studie war dann abgeschlossen, jedoch nicht öffentlich zugänglich. Erst peu à peu wurden Passagen daraus publiziert, bis letztlich der Druck groß genug war, um sie komplett öffentlich zu stellen. 

Jedoch auch nach Veröffentlichung dieser Studie….

Ein Sprecher der Bürger:inneninitiative betonte, dass man nicht das Klinikum oder den Standort Stockerau generell kritisiere, sondern die Evaluierung. Betrachtet man diese und vor allem die nicht eingearbeiteten Kriterien, wie Bahnstation Wiesfeld, Hochwasser Alte Au 2024, urbane Verkehrssituation, scheint diese Forderung mehr als gerechtfertigt. Sowohl der Bau als auch der Betrieb des Klinikums wirken unmitelbar auf die Nachbarschaft und die Verkehrsanbindung aus. Diese Faktoren müssen ins Kalkül gezogen werden!

Immer wieder kamen Vorschläge zu einer Verkehrsberuhigung, Visualisierungen einer Art Begegnungszone beim Scharfen Eck, Schaffen von Grün- und Aufenthalträumen, Quartiersentwickungsansätze, all dies scheint vergessen. Das Straßendorf bleibt ein Straßdorf und die Hauptstraße bleibt Hauptverkehrsstraße. Daran wird auch eine Charmantisierung des Wilmannsplatzls nichts ändern. 

Quo vadis Stockerau, oder in Ciceros Worten: Quo usque tandem abutere, patientia nostra?
Wie lange wollt Ihr unsere Geduld noch strapazieren? 

Während anderenorts Volksbefragungen stattfinden, Bürger:innen eingebunden werden, partizipative Entwicklungskonzepte und Prozesse auf öffentliche Bühnen gebracht werden, scheint man sich in Stockerau noch auf Althergebrachtes zu verlassen; die Absprache im stillen Kämmerlein, fernab der Oppositopn und der Plebs. 

Die Themenbereiche: 

      • Gesundheitsplan 2040 Umstrukturierung der Klinikstandorte
      • Kriterienkatalog: was wurde vom Land abgefragt
      • Angaben der Gemeinde zu den Gründstücken
        Verfügbarkeit, Erreichbarkeit, Gefahren, Bewertung,
      • Expertenaussagen
        Inhalt / Ergebnisse der Studie, Vergleich & Evaluierung der Standorte
      • Details zu „Alte Au“ & „Wiesfeld“ als Rang 1 & 2
        Was wurde bewertet & vor allem was wurde nicht bewertet
      • Zukunftsperspektiven
      • Beschluss im Landtag
    • Forderung nach erneuter Bewertung der Standorte unter Einbeziehung aller (!) relevanten Aspekte
    • Pressekonferenz: Veröffentlichung des Standortes vor dem Landtagsbeschluss (???) – wusste man bereits Tage zuvor wie die Abstimmung ausgehen würde.
    • Sportstätten Wo werden neue errichtet & wieviel wird es kosten?
    • Umwegrentabilität: Wie nützt ein zentrumsnahes Krankenhaus der Stadt?

Kriterienkatalog:

    • Hochwasser 2024 wurde nicht einbezogen
      betrifft das Gelände der „Alten Au“ und wesentliche Zufahrtsstraßen, Unterführungen. Das Landesklinikum ist als kritische Infrastruktur zu bewerten
    • Bahnstation Wiesfeld (im ÖEK verankert) wurde nicht einbezogen. Sie liegt deutlich näher zum Klinikum und somit liegt das Wiesfeld deutlich näher an der Bahn & dem P&R als die „Alte Au“ und sicherlich alles andere als in der Pampa gelegen (c) Thomas Knoll
    • Immisionen (Lärm, Schadstoffe) der A22 auf das Krankenhaus & die Erholungsräume für Mitarbeiter:innen & Patient:innen, sowie auf den Betriebskindergarten
    • Emissionen (Lärm, Staub, Schadstoffe, Verkehr ) durch den Bau im dichten Siedlungsgebiet, später durch den Betrieb (Anreise von Mitarbeiter:innen, Patient:innen & Besucher:innen)
    • 700 + Hubschrauberlandungen & -starts pro Jahr

Ein kleines Schmankerl zum Abschluss:
Der Kurpark 

Die ÖVP Stockerau, in persona Umweltgemeinderat H. Hödl präsentiert den zukünftigen Kurpark des Krankenhauses. Offenbar strebt man im Naturschutzgebiet auch einen anständig gepflegten Park samt Hundefreilaufzone an.

Die ÖVP erklärt, dass man heutzutage auch hochwassersicher bauen kann. Das wirft jedoch die Frage auf, warum hochwassersicher im Hochwassergebiet bauen, wenn es hochwassersichere Standorte, wie z.B: das Wiesfeld gibt.

Auch Vizebürgermeister Falb verspricht Informationen an die Bevölkerung, aber vermutlich erst dann, wenn alles im Kasten sein, wird und jede Bürger:inneninitiative im Keim erstickt werden kann – vorraussichtlich am 26.10. Wir kennen dies von anderen Gemeindeveranstaltungen, wie etwa der Präsentation des ÖEK.

 

Klinikstandort „Alte Au“ in Stockerau

Medienberichte, Stellungnahmen und Social-Media-Beiträge zur Entscheidung, das neue Landesklinikum Weinviertel-Süd auf dem Areal der Alten Au in Stockerau zu errichten. Thematisiert werden insbesondere die Standortauswahl, das Hochwasserrisiko, die Erreichbarkeit, die Verlegung der Sportstätten und die Forderung nach Veröffentlichung der Bewertungsgrundlagen.

Stand der Linksammlung: 26. August 2026. Einzelne Beiträge können kostenpflichtig sein oder eine Anmeldung bei Facebook beziehungsweise Instagram erfordern.

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