Donau

Geschichte / Tullnerfelder Donauauen

Donauregulierung: frühe Eingriffe vor der eigentlichen Regulierung

Noch vor der großmaßstäblichen Donauregulierung des 19. Jahrhunderts kam es im Raum
der Tullnerfelder Donauauen bereits zu lokalen Eingriffen: Dämme, Ufersicherungen,
Schließung einzelner Seitenarme und beginnende Verlandung bzw. Trockenlegung von Teilbereichen.
Die folgende Zeitleiste fasst diese frühen Schritte bis zur eigentlichen Regulierung knapp zusammen.

bis frühes 19. Jh.

Naturnahe, stark verzweigte Flusslandschaft

Die Donau in der Tullner Ebene war durch zahlreiche Arme, Inseln, Umlagerungen und regelmäßig überschwemmte Aubereiche geprägt.

1820

Bierbaumer Damm

Im Raum Altenwörth–Utzenlaa wird ein früher lokaler Hochwasserschutzschritt gesetzt: der Bierbaumer Damm.

1821–1827

Erste gezielte Sicherungsmaßnahmen

Hochwasserkommissionen, Dammsanierungen, Steinwürfe zur Ufersicherung, Arbeiten an Treppelwegen und die Schließung einzelner Seitenarme sind dokumentiert.

um 1843

Regulierungsarbeiten zwischen Krems und Tulln

Steinwürfe, Eingriffe in die Fahrstraße und die gezielte Förderung der Verlandung von Nebenarmen weisen bereits auf eine schrittweise Entwässerung und Trockenlegung einzelner Au-Teilbereiche hin.

1846–1848

Weitere Dammbauten geplant

Berechnungen für zusätzliche Dammprojekte laufen, die Umsetzung verzögert sich aber durch Finanzierungs- und Zuständigkeitsfragen.

1865

Stärkere Uferverbauung

Steinpflasterungen, Uferbauten und Inselabschlüsse dienen dazu, das Strombett stärker zu konzentrieren. Zugleich zeigen Sandbänke und Engstellen, dass die Regulierung noch nicht systematisch abgeschlossen ist.

1860er Jahre

Übergang zur systematischen Regulierung

Lokale Einzelmaßnahmen gehen zunehmend in eine institutionell vorbereitete, großräumigere Regulierung über.

1869

Politische Grundsatzentscheidung

Die große Donauregulierung im Wiener Raum wird politisch und gesetzlich verankert – ein Wendepunkt auch für die weiter westlich anschließenden Abschnitte.

1870–1875

Beginn der großmaßstäblichen Donauregulierung

Im Raum Wien startet die systematische Regulierung; 1875 wird der neue Hauptstrom eröffnet. Die Eingriffe wirken sich auch auf die Auenlandschaften des Tullnerfelds aus.

ab 1882

Ausweitung auf weitere niederösterreichische Abschnitte

Damit beginnt für den Bereich der Tullnerfelder Donauauen die Phase der eigentlichen großräumigen Donauregulierung.

spätes 19. Jh.

Nachregulierungen und Verfestigung

Ergänzende Bauten, Baggerungen und weitere Seitengerinne-Abtrennungen verfestigen den Stromlauf; ältere Wasserarme gehen verloren oder trocknen aus.