Geschichte / Tullnerfelder Donauauen
Donauregulierung: frühe Eingriffe vor der eigentlichen Regulierung
Noch vor der großmaßstäblichen Donauregulierung des 19. Jahrhunderts kam es im Raum
der Tullnerfelder Donauauen bereits zu lokalen Eingriffen: Dämme, Ufersicherungen,
Schließung einzelner Seitenarme und beginnende Verlandung bzw. Trockenlegung von Teilbereichen.
Die folgende Zeitleiste fasst diese frühen Schritte bis zur eigentlichen Regulierung knapp zusammen.
Naturnahe, stark verzweigte Flusslandschaft
Die Donau in der Tullner Ebene war durch zahlreiche Arme, Inseln, Umlagerungen und regelmäßig überschwemmte Aubereiche geprägt.
Bierbaumer Damm
Im Raum Altenwörth–Utzenlaa wird ein früher lokaler Hochwasserschutzschritt gesetzt: der Bierbaumer Damm.
Erste gezielte Sicherungsmaßnahmen
Hochwasserkommissionen, Dammsanierungen, Steinwürfe zur Ufersicherung, Arbeiten an Treppelwegen und die Schließung einzelner Seitenarme sind dokumentiert.
Regulierungsarbeiten zwischen Krems und Tulln
Steinwürfe, Eingriffe in die Fahrstraße und die gezielte Förderung der Verlandung von Nebenarmen weisen bereits auf eine schrittweise Entwässerung und Trockenlegung einzelner Au-Teilbereiche hin.
Weitere Dammbauten geplant
Berechnungen für zusätzliche Dammprojekte laufen, die Umsetzung verzögert sich aber durch Finanzierungs- und Zuständigkeitsfragen.
Stärkere Uferverbauung
Steinpflasterungen, Uferbauten und Inselabschlüsse dienen dazu, das Strombett stärker zu konzentrieren. Zugleich zeigen Sandbänke und Engstellen, dass die Regulierung noch nicht systematisch abgeschlossen ist.
Übergang zur systematischen Regulierung
Lokale Einzelmaßnahmen gehen zunehmend in eine institutionell vorbereitete, großräumigere Regulierung über.
Politische Grundsatzentscheidung
Die große Donauregulierung im Wiener Raum wird politisch und gesetzlich verankert – ein Wendepunkt auch für die weiter westlich anschließenden Abschnitte.
Beginn der großmaßstäblichen Donauregulierung
Im Raum Wien startet die systematische Regulierung; 1875 wird der neue Hauptstrom eröffnet. Die Eingriffe wirken sich auch auf die Auenlandschaften des Tullnerfelds aus.
Ausweitung auf weitere niederösterreichische Abschnitte
Damit beginnt für den Bereich der Tullnerfelder Donauauen die Phase der eigentlichen großräumigen Donauregulierung.
Nachregulierungen und Verfestigung
Ergänzende Bauten, Baggerungen und weitere Seitengerinne-Abtrennungen verfestigen den Stromlauf; ältere Wasserarme gehen verloren oder trocknen aus.
